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Innenausbau & Wohnen
12. Aug. 2026 Lesezeit: 8 Min.

Glastrennwand & Raumteiler aus Glas: Kosten, Glasarten und Planung für Ihr Zuhause

Rahmenlose Glastrennwand teilt ein offenes Wohnzimmer optisch von einem hell durchfluteten Essbereich.

Eine Glastrennwand teilt einen Wohnraum optisch, ohne ihn dunkel oder eng wirken zu lassen. Je nach Ausführung liegen die Kosten für einfache Fixverglasungen bei rund 350 bis 600 Euro pro Quadratmeter, mit Tür oder hochwertiger Ausstattung bei rund 600 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter – Stand 2026. Der genaue Preis hängt von Glasart, Maßen und Beschlägen ab. Wer für ein solches Vorhaben einen passenden Fachbetrieb sucht, findet über unser Portal Glasereien in der eigenen Region, die Aufmaß, Beratung und Montage aus einer Hand anbieten.

Was ist eine Glastrennwand und wofür eignet sie sich?

Eine Glastrennwand ist eine raumhohe oder teilhohe Verglasung, die einen Wohnbereich in zwei nutzbare Zonen gliedert, ohne eine massive Mauer zu errichten. Damit unterscheidet sie sich von klassischen Trockenbauwänden vor allem durch die Lichtdurchlässigkeit: Tageslicht wandert weiter durch die Wohnung, während optisch trotzdem eine klare Trennung entsteht.

Typische Einsatzorte sind der Übergang zwischen Wohn- und Essbereich, die Abtrennung eines Homeoffice-Winkels vom Wohnzimmer, ein Windfang im Eingangsbereich oder die Abgrenzung eines Ankleide- oder Schlafbereichs. Als Raumteiler aus Glas kommt dabei häufig eine freistehende, nicht raumhohe Variante zum Einsatz, die eher gliedert als vollständig trennt.

Dieser Ratgeber behandelt ausdrücklich Glastrennwände und Raumteiler im privaten Wohnbereich – nicht die Ausstattung von Büros oder Gewerbeflächen, für die andere technische Anforderungen wie Akustik-Standards oder Systemtrennwände gelten. Auch die Verglasung von Duschen und Nassräumen folgt eigenen Regeln zu Wasserdichtheit und Beschlagfestigkeit und wird hier nur am Rand erwähnt.

Welches Glas eignet sich für eine Glastrennwand?

Für Glastrennwände im Wohnbereich kommt praktisch immer Sicherheitsglas zum Einsatz, da bei Bruch keine scharfkantigen Splitter entstehen dürfen. Am häufigsten verwendet wird Einscheibensicherheitsglas (ESG), ein durch schnelles Abkühlen thermisch vorgespanntes Glas, das bei einem Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt. Die Anforderungen an dieses Material sind in der ÖNORM EN 12150[1] festgelegt.

Wo zusätzliche Sicherheit gefragt ist, etwa bei bodentiefen Elementen oder in der Nähe von Treppen, wird oft Verbundsicherheitsglas (VSG) eingesetzt. Dabei halten mehrere Glasscheiben über eine reißfeste Folie auch im Bruchfall zusammen, statt sich vollständig aufzulösen. Die entsprechenden Prüfkriterien regelt die ÖNORM EN 14449[2].

Für die Optik stehen mehrere Varianten zur Wahl:

GlasartOptik & WirkungTypischer Einsatz
KlarglasMaximale Durchsicht, viel LichtWohn-/Essbereich, wo Offenheit erwünscht ist
Satiniertes GlasMilchig-mattiert, blickdicht bei LichtdurchlässigkeitAnkleide, Homeoffice, Bad-Vorraum
MilchglasVollständig blickdicht, gleichmäßig hellSchlafzimmer, Sichtschutz-Bereiche
Ornament-/StrukturglasDekoratives Muster, teilweise DurchsichtGestalterisches Highlight, Flur

Zusätzlich beeinflusst die Glasdicke – üblich sind 8 bis 12 Millimeter je nach Höhe und Statik des Elements – sowohl die Stabilität als auch den Schallschutz. Wer besonderen Wert auf Ruhe zwischen zwei Zonen legt, sollte das beim Fachbetrieb gezielt ansprechen, da Standard-Glastrennwände keinen vollwertigen Schallschutz bieten.

Was kostet eine Glastrennwand bzw. eine Trennwand aus Glas?

Eine verbindliche Zahl liefert erst das Aufmaß vor Ort, weil Glastrennwände praktisch immer Maßanfertigungen sind. Als grobe Richtwerte für den österreichischen Wohnbereich gelten, Stand 2026:

AusführungRichtwert
Einfache Fixverglasung, Klarglas, ohne Türca. 350–600 €/m²
Ausführung mit Tür oder Schiebetür, satiniertes/Sicherheitsglasca. 600–1.000 €/m²
Kompaktes Raumteiler-Element (Breite ca. 1,5 m)ab ca. 600–700 € pro Stück
Größere Trennwand mit Tür (ca. 2 × 2,4 m)ca. 1.000–1.500 € pro Element

Wichtige Kostenfaktoren sind dabei:

  • Glasart und -dicke – Klarglas ist günstiger als beschichtetes oder strukturiertes Glas, dickeres Glas kostet mehr.
  • Beschläge und Profile – rahmenlose Ganzglaslösungen mit hochwertigen Bodenschienen liegen über einfachen Aluminiumrahmen-Systemen.
  • Tür- und Schiebefunktion – ein integriertes Türblatt oder eine Schiebetür-Mechanik erhöht den Preis gegenüber einer starren Verglasung deutlich.
  • Maße und Zuschnitt – Sonderformen, Ausschnitte für Steckdosen oder besonders große Elemente treiben die Kosten in die Höhe.
  • Montage – Bodenschienen, Deckenanschlüsse und die exakte Ausrichtung erfordern handwerkliche Erfahrung und schlagen sich im Arbeitsaufwand nieder.

Lässt sich zu einer speziellen Sonderausführung kein belastbarer Richtwert finden, orientiert sich der Preis in erster Linie an diesen Faktoren – ein pauschaler Fixpreis ohne Vor-Ort-Beratung ist bei Maßanfertigungen kaum seriös zu nennen.

Glastrennwand mit Tür oder Schiebetür planen

Wer eine Glastrennwand mit Tür plant, sollte zuerst überlegen, wie oft und wie schnell der Durchgang genutzt wird. Eine klassische Drehtür benötigt Schwenkraum und eignet sich für selten frequentierte Übergänge, etwa zwischen Flur und Wohnzimmer. Eine Glastrennwand mit Schiebetür spart diesen Platz, weil das Türblatt seitlich an der Wand entlanggleitet – praktisch bei kleineren Grundrissen oder wenn ein Durchgang häufig geöffnet wird.

Bei rahmenlosen Systemen laufen die Türen über eine Deckenschiene oder ein bodennahes Führungsprofil. Wichtig ist ein sauberer, erschütterungsfreier Lauf, damit die Tür auch nach Jahren noch leichtgängig bleibt – ein Aspekt, den ein Fachbetrieb bei der Auswahl der Laufschienen und Rollen berücksichtigt. Griffe, Schlösser oder ein sanft schließender Dämpfer sind sinnvolle Zusatzoptionen, die den Alltag erleichtern, aber den Preis pro Element erhöhen.

Glastrennwand für Terrasse und außen: Was ist zu beachten?

Auch außerhalb der Wohnung kommt Glas als Trennwand zum Einsatz, etwa als Sichtschutz zwischen zwei Terrassenbereichen oder als Windschutz an einer Loggia. Eine solche Glasaußenwand muss deutlich höheren Belastungen standhalten als eine Innentrennwand: Wind, Temperaturwechsel und Feuchtigkeit erfordern witterungsbeständige Beschläge, meist aus Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium, sowie eine Verankerung, die auch Windlasten sicher aufnimmt.

Die Kosten für eine Glasaußenwand liegen dadurch tendenziell über jenen für vergleichbare Innenlösungen – als Richtwert etwa 400 bis 750 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage, Stand 2026, je nach Glasstärke, Verankerung und Windschutzklasse. Bei Elementen ab einer bestimmten Absturzhöhe, etwa an erhöhten Terrassen oder Balkonen, greifen zusätzlich Vorgaben zur Absturzsicherung aus den OIB-Richtlinien[3], die unter anderem Mindesthöhen und Belastungswerte für die Verglasung festlegen. Ein Fachbetrieb prüft vor der Montage, ob diese Vorgaben im konkreten Fall greifen.

Vor- und Nachteile einer Glastrennwand im Wohnraum

Eine Glastrennwand bringt Licht in tiefe Grundrisse und wirkt dabei leichter als eine gemauerte Wand. Gleichzeitig ist sie kein Universalwerkzeug für jede Raumsituation – die folgenden Punkte helfen bei der Einschätzung.

Vorteile:

  • Lichtdurchlässigkeit: Tageslicht erreicht auch dahinterliegende Bereiche, offene Grundrisse wirken großzügiger.
  • Optische Leichtigkeit: Eine Glasfläche wirkt weniger raumgreifend als eine massive Trennwand.
  • Flexible Gestaltung: Klar, satiniert, gemustert oder mit Tür – die Ausführung passt sich dem gewünschten Grad an Privatsphäre an.
  • Langlebigkeit: Hochwertiges Sicherheitsglas ist unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und altert kaum sichtbar.

Nachteile:

  • Begrenzter Schallschutz: Eine einfache Glastrennwand dämpft Geräusche deutlich weniger als eine gedämmte Massivwand.
  • Reinigungsaufwand: Klarglas zeigt Fingerabdrücke und Flecken schneller als eine gestrichene Wand.
  • Kein Stauraum und keine Leitungsführung: Anders als eine Trockenbauwand bietet Glas keinen Platz für Steckdosen, Verkabelung oder Einbauten.
  • Bruchempfindlichkeit im Vergleich zu Mauerwerk: Trotz Sicherheitsglas bleibt eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber harten Stößen bestehen, auch wenn ein Bruch dank ESG oder VSG deutlich ungefährlicher abläuft als bei gewöhnlichem Fensterglas.
  • Planungsaufwand: Da jede Wand eine Maßanfertigung ist, braucht es ein genaues Aufmaß vor Ort, bevor ein verbindlicher Preis feststeht.

Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen

Für rein gestalterische Glastrennwände im Wohnbereich gibt es in der Regel keine eigene Förderschiene. Dient eine Verglasung jedoch gleichzeitig der Barrierefreiheit – etwa als transparente, leicht bedienbare Alternative zu einer schweren Tür – kann sie im Einzelfall im Rahmen von Landes- oder Gemeindeförderungen für altersgerechtes oder barrierefreies Wohnen berücksichtigt werden. Da sich Förderprogramme, Budgets und Bedingungen laufend ändern können, lohnt sich vor Planungsbeginn ein Blick zur zuständigen Landesförderstelle, um den aktuellen Stand zu klären.

So läuft die Umsetzung ab

Am Anfang steht ein Beratungstermin, bei dem Glasart, Maße und gewünschte Funktion – fix, mit Tür oder als Schiebeelement – festgelegt werden. Danach folgt das exakte Aufmaß vor Ort, denn schon wenige Millimeter Abweichung können bei einer Ganzglaslösung zu Problemen bei der Montage führen. Nach der Fertigung im Zuschnitt wird die Trennwand meist innerhalb weniger Wochen montiert, wobei Boden- und Deckenprofile sorgfältig ausgerichtet werden müssen, damit die Konstruktion stabil steht und Türen oder Schiebeelemente leicht laufen.

Häufig gestellte Fragen

01 Was kostet eine Glastrennwand bzw. eine Trennwand aus Glas?

Als Richtwert gelten rund 350 bis 600 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Fixverglasung und rund 600 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter für Ausführungen mit Tür oder hochwertigem Sicherheitsglas, Stand 2026. Kompakte Raumteiler-Elemente sind bereits ab rund 600 bis 700 Euro pro Stück erhältlich. Der genaue Preis ergibt sich erst nach Aufmaß und richtet sich nach Glasart, Maßen und Beschlägen.

02 Welches Glas eignet sich für eine Glastrennwand?

Am gebräuchlichsten ist Einscheibensicherheitsglas (ESG) nach ÖNORM EN 12150, das bei Bruch in stumpfe Krümel zerfällt. Für erhöhte Sicherheitsanforderungen kommt Verbundsicherheitsglas (VSG) nach ÖNORM EN 14449 zum Einsatz, bei dem die Scheiben auch im Bruchfall zusammenhalten. Für die Optik stehen klares, satiniertes oder gemustertes Glas zur Wahl, je nachdem, wie viel Durchsicht gewünscht ist.

03 Welche Nachteile haben Glastrennwände?

Der Schallschutz einer einfachen Glastrennwand liegt unter dem einer gedämmten Massivwand, Klarglas zeigt Fingerabdrücke und Flecken deutlicher, und anders als Trockenbau bietet Glas keinen Platz für Leitungen oder Einbauten. Zudem ist jede Wand eine Maßanfertigung, weshalb ein verbindlicher Preis erst nach einem Aufmaß vor Ort feststeht.

04 Wie hoch sind die Kosten für eine Glasaußenwand?

Für eine Glasaußenwand, etwa als Terrassen- oder Balkonabtrennung, liegen die Richtwerte bei rund 400 bis 750 Euro pro Quadratmeter inklusive Montage, Stand 2026. Der höhere Preis gegenüber Innenlösungen ergibt sich aus witterungsbeständigen Beschlägen und einer stabileren Verankerung gegen Windlast. Bei erhöhten Aufstellorten sind zusätzlich Vorgaben zur Absturzsicherung aus den OIB-Richtlinien zu beachten.

05 Benötige ich für eine Glastrennwand im Wohnbereich eine Baugenehmigung?

Eine nicht tragende, raumhohe Glastrennwand innerhalb der eigenen Wohnung ist in den meisten österreichischen Bundesländern nicht bewilligungspflichtig, solange keine tragenden Bauteile oder der Brandschutz zwischen Wohneinheiten berührt werden. Bei Miet- oder Eigentumswohnungen im Mehrparteienhaus empfiehlt sich dennoch eine kurze Rücksprache mit der Hausverwaltung. Grenzt die Wand an ein Stiegenhaus oder einen Fluchtweg, gelten zusätzliche brandschutztechnische Vorgaben.

06 Wie wird eine Glastrennwand wirksam schallgedämmt eingebaut?

Entscheidend sind eine umlaufende, elastische Verklotzung im Profil sowie der Einsatz von Verbundsicherheitsglas mit Schallschutzfolie statt einfachem ESG. Zusätzlich dichten Fachbetriebe die Anschlussfugen zu Boden, Wand und Decke mit Silikon oder Kompriband ab, um Schallbrücken zu vermeiden. So lassen sich je nach Ausführung Schalldämmwerte erreichen, die einer leichten Massivwand nahekommen.

07 Kann eine Glastrennwand nachträglich eingebaut werden, ohne die Decke zu beschädigen?

Ja, moderne Klemmprofilsysteme werden zwischen Boden und Decke verspannt und kommen ohne tiefe Bohrungen in tragende Bauteile aus. Bei abgehängten Decken oder empfindlichen Oberflächen wählen Fachbetriebe zusätzlich Lastverteilerplatten, um punktuellen Druck zu vermeiden. Ein Vor-Ort-Aufmaß klärt vorab, welches System für die jeweilige Deckenkonstruktion geeignet ist.

Fazit

Eine Glastrennwand oder ein Raumteiler aus Glas verbindet klare Raumaufteilung mit viel Tageslicht – vorausgesetzt, Glasart, Maße und Beschläge sind auf den jeweiligen Wohnbereich abgestimmt. Da jede Ausführung eine Maßanfertigung ist, lohnt sich ein Beratungstermin mit genauem Aufmaß, bevor ein verbindlicher Preis feststeht. Über unser Portal lassen sich Glasereien in der eigenen Region finden, die von der ersten Beratung bis zur fertigen Montage begleiten.

Quellen

  1. Austrian Standards: ÖNORM EN 12150-1
  2. Austrian Standards: ÖNORM EN 14449
  3. OIB
Glaserei.or.at Redaktion
Über den Autor

Die Fachredaktion des Glaser Netzwerks Österreich verbindet Handwerkspraxis, aktuelle Normgebung und Marktanalyse. In enger Zusammenarbeit mit konzessionierten Glaser-Fachbetrieben und Sachverständigen erstellen wir Ratgeber und Artikel, die Hausbesitzern, Sanierern und Fachbetrieben fundierte, datenbasierte und nachvollziehbare Informationen zu Glas, Fenster, Glasfassaden und sicheren Verglasungen liefern.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion von Dachdecker Netzwerk Österreich erstellt und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine fachliche Beratung im Einzelfall – wenden Sie sich dafür an einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe. Genannte Normen, Werte und Preise entsprechen dem Stand der Veröffentlichung bzw. der letzten Aktualisierung des Beitrags.

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