Eine Glasschiebetür nach Maß eröffnet Räume, ohne dass ein Türblatt in den Raum hinein schwenkt, und lässt sich exakt auf die vorhandene Wandöffnung zuschneiden. Für eine Standardgröße mit Laufschiene, Beschlägen und Griff liegt der Richtwert bei rund 600 bis 1.100 €/Stück inklusive Montage (Stand 2026) – bei größeren Sonderanfertigungen oder hochwertigem Verbundglas kann der Preis deutlich darüber liegen. Über unser Portal finden Sie Glaser-Fachbetriebe in Ihrer Region, die vor Ort aufmessen, das passende System empfehlen und die Tür fertigen und einbauen.
Anders als ein Fertigmodell aus dem Baumarkt wird eine Maßanfertigung exakt an die Breite und Höhe der Wandöffnung angepasst – inklusive Toleranzausgleich bei schiefen Wänden oder unebenen Böden. Wer sich für eine Glasschiebetür entscheidet, gewinnt vor allem eines: nutzbare Fläche, die eine klassische Drehtür durch ihren Schwenkbereich sonst blockiert.
Was ist eine Glasschiebetür nach Maß?
Eine Glasschiebetür nach Maß ist ein individuell gefertigtes Türelement aus Sicherheitsglas, das seitlich an einer Wand oder in einer Wandtasche verschwindet, anstatt sich wie eine klassische Tür zu öffnen. Das Türblatt läuft dabei auf einer Laufschiene, einem Führungssystem aus Aluminium oder Edelstahl, das Rollen und Bodengleiter aufnimmt und die Tür geräuscharm entlang der Wand bewegt.
Die Maßanfertigung betrifft nicht nur die Glasgröße selbst, sondern auch die Auswahl des passenden Laufsystems, der Beschläge und der Glasoberfläche. Ein Glaser-Fachbetrieb nimmt dafür die Wandöffnung, die Bodenbeschaffenheit und die gewünschte Optik vor Ort auf und stimmt das gesamte System darauf ab.
Typische Einsatzbereiche im Wohnbereich:
- Raumtrennung zwischen Wohn- und Essbereich, ohne den Raum optisch zu unterteilen
- Zugang zu Bad oder Ankleide auf kleiner Grundfläche
- Abschluss von Büronischen oder Arbeitszimmern
- Übergang zwischen Vorraum und Wohnraum bei knapp bemessenen Fluren

Welche Systeme gibt es für Glas-Schiebetüren?
Drei Bauweisen haben sich im Innenbereich durchgesetzt, die sich vor allem in Optik, Platzbedarf und Montageaufwand unterscheiden.
| System | Funktionsweise | Besonderheit |
|---|---|---|
| Aufsatzsystem | Laufschiene wird sichtbar vor der Wand montiert, Tür gleitet davor | Geringer Montageaufwand, keine Eingriffe in die Wand nötig |
| Wandeinbausystem (Schiebetürkassette) | Tür verschwindet vollständig in einer Wandtasche | Optisch unauffällig, erfordert Planung bereits im Rohbau oder bei Sanierung |
| Deckenlaufschiene | Führung hängt an der Decke, kein sichtbarer Boden- oder Wandschienenanschlag | Wirkt besonders leicht, oft bei Raumteilern ohne feste Wand eingesetzt |
Welches System sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Wandstärke, dem Baufortschritt und dem gewünschten Erscheinungsbild ab. Ein Wandeinbausystem lässt sich in der Regel nur bei Neubau oder umfassender Sanierung nachrüsten, während ein Aufsatzsystem auch nachträglich an eine bestehende Wand montiert werden kann.
Welche Größen gibt es bei Schiebetüren?
Bei Glasschiebetüren nach Maß gibt es keine feste Normgröße – die Fertigung richtet sich nach der tatsächlichen Wandöffnung. Als grobe Orientierung haben sich dennoch gängige Breiten- und Höhenbereiche etabliert.
| Kategorie | Breite | Höhe | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Standardmaß (Fertiggröße) | ca. 880 mm | ca. 2.035 mm | Entspricht gängigen Türnischen im Wohnbau |
| Maßanfertigung, klein bis mittel | 700–1.200 mm | 2.000–2.200 mm | Übliche Bandbreite bei Zimmertüren |
| Maßanfertigung, groß (Raumtrenner) | 1.200–2.500 mm | bis 2.600 mm | Häufig zweiflügelig oder mit Festfeld kombiniert |
| Großformat / Sonderanfertigung | über 2.500 mm | über 2.600 mm | Statik, Glasgewicht und Transport erfordern Einzelprüfung |
Bei sehr großen Glasflächen steigt das Gewicht des Türblatts deutlich an, was höhere Anforderungen an Laufschiene, Rollen und Wandbefestigung stellt. Ab welcher Größe ein zweites Türblatt oder eine geteilte Ausführung sinnvoller ist, klärt der Fachbetrieb im Rahmen des Aufmaßes.
Glasarten und Sicherheit: ESG und VSG im Vergleich
Für Glas-Schiebetüren kommt praktisch ausschließlich Sicherheitsglas zum Einsatz, da ein Türblatt im Alltag Stößen, Berührungen und mechanischer Belastung ausgesetzt ist. Zwei Glasarten prägen den Markt.
Beim Einscheibensicherheitsglas (ESG), einem thermisch vorgespannten Glas mit erhöhter Bruch- und Stoßfestigkeit, sorgt der Herstellungsprozess dafür, dass die Scheibe im Schadensfall in kleine, stumpfkantige Krümel zerfällt statt in scharfe Splitter. Die Anforderungen an Grenzmaße, Ebenheit und Bruchverhalten sind in der ÖNORM EN 12150[1] festgelegt.
Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine reißfeste Kunststofffolie fest verbunden sind. Bricht eine Scheibe, halten die Splitter an der Folie haften, wodurch die Glasfläche auch nach einem Bruch weitgehend geschlossen bleibt. Die Leistungsanforderungen an Verbundglas und Verbund-Sicherheitsglas regelt die ÖNORM EN ISO 12543[2].
Für Glasschiebetüren im Wohnbereich ist eine Glasstärke von 8 bis 10 mm üblich. Zur Auswahl stehen klares Glas für einen offenen, transparenten Raumeindruck sowie satiniertes oder mattiertes Glas, das Sichtschutz bietet, ohne den Raum vollständig abzuschotten. Zusätzlich lässt sich Glas bedrucken, ätzen oder mit Folien versehen, wenn ein individuelles Muster gewünscht ist.
Was kostet eine neue Glasschiebetür?
Die Preise für eine Glasschiebetür nach Maß hängen von Glasart, Größe, Laufsystem und Ausstattung ab. Folgende Richtwerte (Stand 2026) bieten eine erste Orientierung für den österreichischen Markt.
| Leistung | Richtwert (Stand 2026) |
|---|---|
| Glasschiebetür Standardgröße, Türblatt inkl. Beschlägen und Griff, ohne Montage | ca. 300–850 €/Stück |
| Glasschiebetür Standardgröße, Zulieferung und Montage durch den Fachbetrieb | ca. 600–1.100 €/Stück |
| Sicherheitsglas (ESG), Materialpreis je nach Stärke und Bearbeitung | ca. 70–240 €/m² |
| Verbundsicherheitsglas (VSG), Materialpreis je nach Aufbau | ca. 100–180 €/m² |
| Größere Maßanfertigung (Raumtrenner, Sonderformate) | faktorbasiert – abhängig von Fläche, Glasart und Beschlägen |
Diese Kostenfaktoren beeinflussen den Endpreis am stärksten:
- Glasart und -stärke: VSG liegt in der Regel über ESG, dickeres Glas verteuert die Fertigung zusätzlich.
- Größe und Gewicht: Größere Flächen benötigen stabilere Laufschienen und hochwertigere Rollensysteme.
- Laufsystem: Ein Wandeinbausystem mit Kassette kostet üblicherweise mehr als ein einfaches Aufsatzsystem.
- Oberflächenveredelung: Satinierung, Bedruckung oder Folierung schlagen sich im Preis nieder.
- Zusatzausstattung: Ein Softclose-Mechanismus, der die Tür sanft abbremst, ist ein gängiger Aufpreisposten.
- Aufmaß und Montage: Anfahrt, Aufmaß, Anpassung an Bestandswände und der fachgerechte Einbau kommen zum reinen Glaspreis hinzu.
Ein verbindliches Angebot liefert stets erst der Fachbetrieb nach Besichtigung vor Ort, da Wandbeschaffenheit, Bodenniveau und individuelle Wünsche den Aufwand maßgeblich beeinflussen.
Sind Schiebetüren teurer als normale Türen?
Eine Glasschiebetür kostet im direkten Vergleich meist etwas mehr als eine klassische Ganzglastür zum Aufschwenken. Eine gefertigte, gelieferte und montierte Glastür mit Stahlzarge liegt bei rund 450 bis 650 €/Stück (Stand 2026), während die Schiebevariante mit Laufschiene, Blende und Beschlägen bei etwa 600 bis 1.100 €/Stück beginnt.
Der Mehrpreis ergibt sich aus dem zusätzlichen Laufschienensystem, den Rollen und – je nach Ausführung – der Wandtasche, die bei einer Drehtür schlicht entfällt. Dem steht ein praktischer Vorteil gegenüber: Eine Schiebetür benötigt keinen Schwenkbereich, wodurch sich auf kleiner Fläche oft ein Möbelstück oder eine zusätzliche Nutzung des Raums ergibt, die bei einer aufschlagenden Tür nicht möglich wäre. Wer knappen Raum effizient nutzen möchte, gleicht den Mehrpreis damit häufig über die gewonnene Fläche wieder aus.
Was ist besser, Drehtüren oder Schiebetüren?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht – beide Bauweisen haben klare Stärken, die je nach Raumsituation unterschiedlich stark ins Gewicht fallen.
| Kriterium | Schiebetür | Drehtür |
|---|---|---|
| Platzbedarf | Kein Schwenkbereich nötig | Benötigt freien Raum zum Öffnen |
| Schall- und Wärmedämmung | Geringer als bei einer dicht schließenden Drehtür | In der Regel besser abgedichtet |
| Optik bei Raumtrennung | Wirkt leicht, gibt Sichtachsen frei | Klar abgegrenzter Raumabschluss |
| Nachrüstbarkeit | Aufsatzsystem meist nachträglich montierbar | Ohne bauliche Änderung möglich, sofern Zarge vorhanden |
| Bedienung | Gleitet seitlich, geringerer Kraftaufwand bei großen Flächen | Kürzerer Bewegungsweg beim Öffnen |
In der Praxis entscheidet oft die Raumgeometrie: Ist der Bewegungsradius einer Drehtür knapp bemessen, spricht viel für die Schiebevariante. Steht ausreichend Platz zur Verfügung und sind Schallschutz oder Dichtheit wichtig, bleibt die klassische Drehtür häufig die passendere Wahl.
Welche Nachteile haben Schiebetüren?
Neben den praktischen Vorteilen bringt eine Glasschiebetür auch Einschränkungen mit sich, die vor der Entscheidung bekannt sein sollten.
- Geringere Dichtheit: Schiebetüren schließen konstruktionsbedingt weniger dicht ab als eine Drehtür mit umlaufender Dichtung, was sich bei Schall- und teils bei Wärmedämmung bemerkbar macht.
- Wandfläche erforderlich: Ein Aufsatzsystem benötigt neben der Öffnung eine freie Wandfläche in Türbreite, an der die Tür vorbeigleitet.
- Wartungsbedarf der Laufschiene: Schienen und Rollen sollten regelmäßig von Staub und Schmutz befreit werden, damit die Tür leichtgängig bleibt.
- Eingeschränkte Verriegelung: Ein klassisches Schloss lässt sich bei Schiebetüren technisch aufwendiger nachrüsten als bei einer Drehtür.
Diese Punkte lassen sich durch die richtige Systemwahl und hochwertige Beschläge größtenteils abmildern, sollten aber in die Planung einfließen.
Was ist ein häufiges Problem bei Schiebetüren?
In der Praxis entstehen die meisten Beschwerden nicht durch das Glas selbst, sondern durch das Laufsystem. Am häufigsten sammeln sich Staub, Haare oder kleine Gegenstände in der Bodenschiene, was die Tür schwergängig macht oder zu einem hörbaren Schleifen führt. Auch ein unsauber ausgerichtetes Laufsystem, etwa nach einer Eigenmontage ohne exaktes Aufmaß, führt dazu, dass die Tür nicht mehr parallel zur Wand läuft oder an den Endpunkten unsauber schließt.
Hochwertige Rollen mit Kugellagerung und ein passend dimensioniertes Softclose-System senken dieses Risiko erheblich. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen einer Baumarkt-Fertiglösung und einer Maßanfertigung durch einen Glaser: Ein Fachbetrieb wählt Laufschiene und Rollen passend zum tatsächlichen Türgewicht und richtet das System bei der Montage exakt aus, wodurch sich spätere Nachjustierungen meist erübrigen.

Ablauf: Vom Aufmaß zum fertigen Einbau
Eine Maßanfertigung folgt bei den meisten Glaser-Fachbetrieben einem ähnlichen Ablauf:
- Beratung und Aufmaß vor Ort: Der Betrieb prüft Wandöffnung, Bodenniveau und statische Voraussetzungen und bespricht Glasart, System und Optik.
- Fertigung nach Maß: Glaszuschnitt, Kantenbearbeitung und gegebenenfalls Vorspannung oder Laminierung erfolgen exakt nach den aufgenommenen Maßen.
- Montage: Laufschiene, Beschläge und Türblatt werden fachgerecht eingebaut und ausgerichtet, häufig inklusive Feinjustierung von Softclose und Endanschlägen.
- Übergabe: Der Betrieb erklärt Pflege und Wartung der Laufschiene, damit die Tür langfristig leichtgängig bleibt.

Über unser Portal lassen sich Glaser-Fachbetriebe in der Nähe finden, die diesen Ablauf für eine individuelle Wandöffnung anbieten und dabei auch ungewöhnliche Maße oder Sonderwünsche berücksichtigen.
Abgrenzung zu Sonderformen
Rahmenlose Ganzglas-Schiebetüren ohne sichtbaren Rahmen bilden eine eigene Sonderform mit spezifischen Anforderungen an Beschläge, Kantenbearbeitung und Statik der Glasfläche. Barrierefreie Ausführungen mit bodengleicher Schwelle unterliegen zusätzlich eigenen Zugänglichkeitskriterien, die über die hier beschriebenen Standardsysteme hinausgehen. Dieser Beitrag behandelt die gängigen, nach Maß gefertigten Glas-Schiebetürsysteme für den Innenbereich in ihrer Bandbreite an Größen, Systemen und Kosten – nicht die Detailanforderungen dieser Sonderfälle und nicht die Hebeschiebetüren für Terrassen und Außenbereiche, die eigenen technischen Regeln folgen.
Häufig gestellte Fragen zur Glasschiebetür nach Maß
Schiebetüren dichten in der Regel weniger gut ab als Drehtüren, benötigen neben der Öffnung zusätzliche Wandfläche für das Laufsystem und erfordern eine regelmäßige Reinigung der Laufschiene, damit sie leichtgängig bleiben.
Von Standardmaßen um 880 x 2.035 mm bis zu Maßanfertigungen über 2.500 mm Breite ist bei Glasschiebetüren nahezu jede Größe möglich – begrenzt vor allem durch Glasgewicht, Statik und Transport.
Eine Standardgröße inklusive Montage liegt bei rund 600 bis 1.100 €/Stück (Stand 2026); größere Maßanfertigungen mit hochwertigem Glas oder Wandeinbausystem liegen darüber und werden am besten mit einem individuellen Angebot des Fachbetriebs kalkuliert.
Meist ja, da zusätzlich Laufschiene, Rollen und Beschläge benötigt werden – dem steht der Vorteil gegenüber, dass keine Schwenkfläche im Raum freigehalten werden muss.
Das hängt vom verfügbaren Platz ab: Schiebetüren sparen Bewegungsfläche und eignen sich für offene Raumtrennungen, Drehtüren schließen dichter und sind bei Anforderungen an Schallschutz oft die passendere Wahl.
Am häufigsten sammelt sich Schmutz in der Bodenschiene oder das Laufsystem ist nicht exakt ausgerichtet, wodurch die Tür schwergängig wird oder schleift – ein sorgfältiges Aufmaß und eine fachgerechte Montage beugen dem vor.
Fazit
Eine Glasschiebetür nach Maß verbindet Platzersparnis mit einer leichten, transparenten Optik – vorausgesetzt, System, Glasart und Laufschiene sind auf die jeweilige Wandöffnung und Nutzung abgestimmt. Wer sich unsicher ist, welches System für die eigene Raumsituation passt, findet über unser Portal Glaser-Fachbetriebe, die vor Ort beraten, exakt aufmessen und die fertige Tür fachgerecht einbauen.
Quellen
- Austrian Standards: ÖNORM EN 12150-1
- Austrian Standards: Oenorm EN ISO 12543 2 2022 03 01