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Energieeffizienz & Klima
29. Mai 2026 4 Min.

Energieeffizienz durch Low-E-Beschichtung: Heizkosten senken und Wohnkomfort steigern

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Glaserei.or.at Redaktion Geprüft
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Gemütlicher Wohnraum mit Blick durch ein Low-E-Fenster auf eine Winterlandschaft

In Zeiten steigender Energiepreise und strenger ökologischer Vorgaben ist die thermische Sanierung der Gebäudehülle für Immobilienbesitzer in Österreich unumgänglich geworden. Ein zentraler Hebel für die Effizienz ist die Verglasung, da herkömmliche Fenster ohne moderne Veredelung oft für massive Wärmeverluste verantwortlich sind. Durch den Einsatz einer speziellen Low-E-Beschichtung lässt sich die Wärmeabstrahlung durch das Glas drastisch reduzieren, was die Betriebskosten nachhaltig senkt und den Wert der Immobilie steigert. Unsere qualifizierten Fachbetriebe unterstützen Sie dabei, die optimale Lösung für Ihre Fenstersanierung zu finden und setzen dabei auf modernste Glastechnologien.

Was ist eine Low-E-Beschichtung und wie funktioniert sie?

Quick Answer: Der Begriff „Low-E“ steht für low emissivity (niedrige Emissivität) und beschreibt die physikalische Eigenschaft einer Oberfläche, langwellige Wärmestrahlung zu reflektieren, anstatt sie aufzunehmen. Low-E-Beschichtung ist eine Kategorie von Oberflächenveredelungen, die das Unterscheidungsmerkmal einer extrem niedrigen Emissivität aufweisen.

Bei einer modernen Isolierverglasung wird eine hauchdünne, für das menschliche Auge fast unsichtbare Schicht aus Silber oder anderen Metalloxiden auf das Glas appliziert. Diese Schicht wirkt wie ein thermischer Spiegel: Während das kurzwellige Sonnenlicht ungehindert in den Raum gelangt, wird die langwellige Infrarotstrahlung der Heizung im Rauminneren gehalten. Ob diese Technologie ihre volle Wirkung entfalten kann, hängt jedoch auch vom Rahmen ab; in unserem Materialvergleich für Fenster erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile von Holz, Kunststoff und Aluminium. Den kompletten Scheibenaufbau erklärt unser Ratgeber zu Mehrscheiben-Isolierglas (MIG).

Unsere Partner positionieren diese Beschichtung im Regelfall auf der zum Scheibenzwischenraum gewandten Seite der Innenscheibe (Position 3 bei Zweifach-Verglasung), um sie vor Korrosion und mechanischen Kratzern zu schützen. Falls Sie bereits über einen Austausch nachdenken, könnte auch ein Blick auf unseren Ratgeber zum Thema Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) sinnvoll sein, falls neben der Dämmung auch Sicherheitsaspekte eine Rolle spielen.

Hard-Coat vs. Soft-Coat: Die Herstellungsverfahren im Vergleich

In der Praxis unterscheiden unsere Fachbetriebe zwischen zwei wesentlichen Arten der Beschichtung, die je nach Anforderung und Budget gewählt werden.

MerkmalPyrolytische Beschichtung (Hard-Coat)Magnetron-Beschichtung (Soft-Coat)
HerstellungWährend der Glasproduktion (heiß)Nachträglich im Vakuum (kalt)
WiderstandsfähigkeitSehr hoch, kratzfestEmpfindlich, nur im Verbund
Dämmwirkung ($U_g$-Wert)Gut (ca. 1,3–1,5 W/m²K)Exzellent (ca. 1,0–1,1 W/m²K)
OptikLeichter Farbstich möglichNahezu neutral und transparent

Info-Kästchen: Relevante Normen in Österreich

Die energetischen Anforderungen an die Glasqualität werden in der ÖNORM B 8110-1 (Wärmeschutz im Hochbau) definiert. Für Sanierungen und Neubauten ist die Einhaltung spezifischer Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) vorgeschrieben, um die Ziele des Energieausweises zu erreichen. https://www.austrian-standards.at/de/shop/onorm-b-8110-2-2020-01-01~p2506841

Konkrete Vorteile: Warum sich die Investition für Sie lohnt

Die Umrüstung auf Low-E-Verglasung ist keine rein kosmetische Maßnahme, sondern eine technische Notwendigkeit für effizientes Gebäudemanagement.

  • Drastische Heizkostenersparnis: Ein unbeschichtetes Isolierglas aus den 1980er Jahren weist oft einen Ug-Wert von 3,0 W/m²K auf. Modernes Low-E-Glas senkt diesen Wert auf bis zu 1,0 W/m²K (Zweifach-Glas) oder 0,5 W/m²K (Dreifach-Glas). Das entspricht einer Reduktion der Energieverluste durch die Glasfläche um bis zu 80 %.
  • Verbesserte Behaglichkeit: Die raumseitige Scheibe bleibt deutlich wärmer, was den unangenehmen „Kaltluftabfall“ am Fenster verhindert. Dies ist besonders bei großflächigen Planungen im Sinne des Biophilic Designs wichtig, um die Verbindung zur Natur ohne Komfortverlust zu genießen.
  • Schutz vor Kondensat und Schimmel: Da die Scheibe wärmer bleibt, wird der Taupunkt seltener unterschritten. Das Risiko für Kondenswasser am Glasrand und daraus resultierende Schimmelbildung am Rahmen wird minimiert.
Warmes und helles Wohnzimmer dank energieeffizienter Low-E-Verglasung

Kosten und Wirtschaftlichkeit der energetischen Sanierung

Der Austausch von Glasscheiben durch unsere Partner ist oft kosteneffizienter als ein kompletter Fenstertausch, sofern die Rahmen noch in gutem Zustand sind.

Kosten-Richtwerte für Glasaustausch (Stand April 2026):

  • Zweifach-Isolierglas mit Low-E: ca. 120 € bis 190 € pro m² (inkl. Montage).
  • Dreifach-Isolierglas mit Low-E: ca. 160 € bis 250 € pro m² (inkl. Montage).
  • Entsorgung Altglas: ca. 15 € bis 30 € pro Flügel.

Ein Projektbeispiel aus Wien zeigte: Durch den Austausch der Verglasung in einer 80 m² Wohnung (ca. 12 m² Fensterfläche) konnten die jährlichen Heizkosten um ca. 240 € reduziert werden. Bei einer Investition von rund 2.100 € amortisiert sich die Maßnahme bereits nach weniger als 9 Jahren – ohne Berücksichtigung möglicher Förderungen durch den „Sanierungsbonus“ des Bundes. Mit welchen Einsparungen Sie rechnen können, zeigt auch unsere Beispielrechnung zum Heizkosten-Sparen durch Glastausch.

FAQ: Häufige Fragen zur Low-E-Technologie

01 1. Verringert die Beschichtung den Lichteinfall?

Nein, moderne Low-E-Gläser haben eine Lichttransmission von über 80 %. Falls Sie jedoch besonderen Wert auf die Optik legen, könnte auch Ornamentglas für Sie interessant sein, das Privatsphäre mit Design verbindet.

02 2. Kann man Low-E nachträglich als Folie aufbringen?

Theoretisch ja, praktisch erreichen Klebefolien jedoch nie die Langlebigkeit und Effizienz einer werksseitigen Beschichtung im Scheibenzwischenraum. Unsere Fachbetriebe raten für dauerhafte Ergebnisse meist zum Glastausch.

03 3. Wie erkenne ich, ob meine Fenster bereits beschichtet sind?

Nutzen Sie den „Feuerzeug-Test“: Halten Sie eine Flamme vor die Scheibe. Wenn eines der Spiegelbilder eine andere Farbe (meist rötlich-violett) hat, ist eine Metallschicht vorhanden.

04 4. Ist Low-E dasselbe wie Sonnenschutzglas?

Nein. Low-E dient dem Wärmeschutz (Energie im Haus halten), während Sonnenschutzglas (eine Kategorie von Funktionsgläsern mit niedrigem g-Wert) den Energieeintrag von außen minimiert, um sommerliche Überwärmung zu verhindern.
Möchten Sie Ihre Heizkosten nachhaltig senken und den Wohnkomfort in Ihrer Immobilie steigern? Vertrauen Sie auf die Expertise qualifizierter Profis. In unserem Branchenverzeichnis finden Sie geprüfte Partner und Fachbetriebe direkt in Ihrer Nähe, die Sie kompetent zur optimalen Low-E-Verglasung beraten und den fachgerechten Einbau übernehmen.

Über den Autor Glaserei.or.at Redaktion
Geprüft

Die Fachredaktion des Glaser Netzwerks Österreich bündelt die Expertise aus Handwerk, aktueller Normgebung und Marktanalyse in Österreich. Unsere Ratgeber und Artikel werden in enger Zusammenarbeit mit konzessionierten Glaser-Fachbetrieben und Sachverständigen erstellt. Unser Ziel ist es, Hausbesitzern, Sanierern und Fachbetrieben fundierte, datenbasierte und nachvollziehbare Informationen rund um die Themen Glas, Fenster, Glasfassaden und sichere Verglasungen zur Verfügung zu stellen.

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