Stellen Sie sich ein Material vor, das die Klarheit von Glas besitzt, aber so leicht und flexibel wie Kunststoff ist. Viele Bauherren, Architekten und Entwickler stehen vor der Herausforderung, Bauteile leichter zu gestalten, ohne bei der Ästhetik oder Langlebigkeit Kompromisse einzugehen. In diesem Artikel erfahren Sie präzise, wie Dünnglas Ihre Anforderungen an modernes Design und technische Präzision löst. Wir bieten Ihnen hier nicht nur technische Daten, sondern auch den direkten Zugang zu erfahrenen Partner-Betrieben, die Ihr Projekt fachgerecht umsetzen. Ob für den Innenausbau, Möbel oder Spezialverglasungen – innerhalb der nächsten Abschnitte finden Sie die passende Lösung für Ihr Problem.
Dünnglas ist ein Spezialglas, das durch eine Materialstärke von unter 2,0 mm definiert wird
Während herkömmliches Flachglas im Fensterbau meist Stärken von 4 mm oder mehr aufweist, beginnt die Welt des Dünnglases bereits bei Bruchteilen eines Millimeters. Es handelt sich um ein Hochleistungsprodukt, das spezifische physikalische Eigenschaften für High-End-Anwendungen bietet.
- Dickenbereich: Standardmäßig spricht man bei Stärken zwischen 0,1 mm und 1,1 mm von Dünnglas. In der Spezialoptik existieren Varianten mit nur 25 µm (0,025 mm).
- Materialzusammensetzung: Meist handelt es sich um Borosilikatglas (ein Glas mit hoher thermischer Beständigkeit) oder chemisch vorgespanntes Aluminosilikatglas.
- Flexibilität: Dünnglas ist eine Kategorie von Glas, die aufgrund ihrer geringen Dicke biegbar ist. Es ermöglicht Biegeradien, die bei Standardglas sofort zum Bruch führen würden.
Vergleich: Standardglas vs. Dünnglas
Relevante Normen in Österreich
Für die Verwendung von Glas im Bauwesen sind in Österreich unter anderem die ÖNORM B 3716 (Glas im Bauwesen – Konstruktiver Glasbau) sowie für die Sicherheit die ÖNORM B 3012 relevant. Dünnglas wird in diesen Normen oft als Verbundkomponente behandelt.
Die Gewichtsreduktion durch Dünnglas ermöglicht völlig neue Konstruktionsansätze im Innenausbau
Die Entscheidung für Dünnglas fällt meist aus funktionalen Gründen. Wenn Sie das Gewicht Ihrer Konstruktion minimieren müssen oder eine extrem hohe Lichtausbeute benötigen, ist dieser Werkstoff alternativlos. Unsere Fachbetriebe setzen Dünnglas häufig dort ein, wo Millimeter und Gramm über die Machbarkeit entscheiden.
- Gewichtseinsparung: Durch den Ersatz von 4 mm Glas durch einen 1 mm Verbund (mit Trägermaterial) sparen Sie bis zu 75 % des Eigengewichts der Glasfläche ein.
- Maximale Transparenz: Dünnere Schichten absorbieren weniger Lichtstrahlen, was zu einer unverfälschten Farbwiedergabe führt.
- Thermische Widerstandsfähigkeit: Dank der geringen Masse reagiert das Glas unempfindlicher auf schnelle Temperaturwechsel (Temperaturschockbeständigkeit).
Die Herstellung von Dünnglas erfolgt über hochspezialisierte Zieh- oder Gussverfahren
Um Oberflächen ohne zusätzliche Politur perfekt glatt zu produzieren, nutzen Hersteller Verfahren, die physikalische Grenzwerte ausreizen. Dies garantiert die optische Güte, die Sie für hochwertige Vitrinen oder Displays benötigen.
- Down-Draw-Verfahren: Die Glasschmelze wird durch eine Schlitzdüse nach unten abgezogen.
- Overflow-Fusion-Verfahren: Das Glas fließt über eine Rinne und verbindet sich an deren Unterseite zu einem Band, ohne Maschinenoberflächen zu berühren.
Die Kosten für Dünnglas hängen stark von der chemischen Härtung und dem Kantenfinish ab
Beim Kauf von Dünnglas ist nicht nur der reine Materialpreis entscheidend, sondern vor allem die Weiterverarbeitung. Da das Glas sehr filigran ist, steigen die Kosten für den Zuschnitt und die Kantenbearbeitung prozentual stärker an als bei Dickglas.
Preis-Orientierung (Stand April 2026):
Die Preise für Rohglas (unbearbeitet) liegen bei Spezialgläsern deutlich über herkömmlichem Floatglas.
- Dünnglas (ca. 0,7 mm – 1,1 mm): Zwischen 80 € und 180 € pro m², abhängig von der Abnahmemenge und Glassorte.
- Chemische Vorspannung: Ein zusätzlicher Prozess, der die Festigkeit erhöht, kann den Preis um 50 % bis 100 % steigern.
- Zuschnitt & Kanten: Aufgrund des hohen Bruchrisikos berechnen Fachbetriebe hierfür Spezialtarife, die oft nach Laufmeter (lfm) kalkuliert werden.
Praxisbeispiel: Dünnglas im modernen Möbelbau
Ein renommierter Partner-Betrieb aus unserem Verzeichnis realisierte kürzlich eine Schrankfront-Serie für ein Penthouse in Wien. Statt schwerer Glasplatten wurde 1,1 mm Dünnglas auf ein leichtes Aluminium-Waben-Substrat kaschiert.
- Ergebnis: Eine Gewichtsreduktion von 60 % gegenüber massivem Glas.
- Vorteil: Die Scharniere werden weniger belastet, die Lebensdauer der Möbel steigt, und die Optik bleibt hochwertig und kratzfest.
Häufig gestellte Fragen zu Dünnglas (FAQ)
Das Bohren von Dünnglas ist mechanisch extrem anspruchsvoll. In der Regel wird bei Stärken unter 1 mm eher auf Laser-Schneidverfahren oder Wasserstrahlschneiden durch spezialisierte Fachbetriebe gesetzt, um Mikrorisse an den Bohrlochkanten zu vermeiden.
Unbehandelt ist Dünnglas sehr fragil. Durch chemisches Vorspannen (ein Prozess des Ionenaustauschs in einem Kaliumsalzbad) wird jedoch eine Druckspannung an der Oberfläche erzeugt. Dadurch wird es bis zu fünfmal bruchfester als thermisch vorgespanntes Normalglas.
Da die Bearbeitung von Dünnglas spezielle Maschinen und viel Erfahrung erfordert, führen normale Glasereien dieses Material oft nicht lagernd. Unser Branchenverzeichnis verbindet Sie gezielt mit Partnern, die auf diese Hochleistungswerkstoffe spezialisiert sind.
Qualifizierte Fachbetriebe für Ihr Dünnglas-Projekt finden
Die Planung und Montage von Dünnglas-Elementen erfordert höchste Präzision. Schon kleinste Fehler beim Handling können zum Bruch des wertvollen Materials führen. Wenn Sie ein Projekt planen – sei es im Innenausbau, für technische Geräte oder exklusive Möbel – unterstützen wir Sie bei der Auswahl der Experten.
Nutzen Sie unser Service, um qualifizierte Fachbetriebe in Ihrer Region zu kontaktieren. Beschreiben Sie Ihr Vorhaben kurz in unserem Anfrageformular. Wir leiten Ihre Anfrage an unsere geprüften Partner weiter, von denen Sie zeitnah fundierte Angebote erhalten.